Ratgeber Grundversicherung

Welche Franchise ist die beste? CHF 300 vs. 2'500 im Vergleich

Aktualisiert: April 2026 · Lesezeit: 6 Min.

Die Franchise ist einer der grössten Hebel, um bei der Krankenkasse zu sparen. Trotzdem wählen viele Versicherte die falsche Höhe. oft aus Angst oder Gewohnheit. In diesem Artikel rechnen wir transparent vor, welche Franchise sich für wen lohnt.

Kurz erklärt: Was ist die Franchise?

Die Franchise ist der Betrag, den du pro Jahr selbst bezahlst, bevor die Krankenkasse Kosten übernimmt. Danach trägst du noch einen Selbstbehalt von 10 % (maximal CHF 700 pro Jahr). Erst dann zahlt die Kasse alles.

FranchiseMax. SelbstbehaltMax. Eigenkosten / Jahr
CHF 300CHF 700CHF 1'000
CHF 500CHF 700CHF 1'200
CHF 1'000CHF 700CHF 1'700
CHF 1'500CHF 700CHF 2'200
CHF 2'000CHF 700CHF 2'700
CHF 2'500CHF 700CHF 3'200

Die maximalen Eigenkosten sind also CHF 1'000 (bei Franchise 300) vs. CHF 3'200 (bei Franchise 2'500). Auf den ersten Blick scheint das ein riesiger Unterschied. Aber: Wer die höhere Franchise wählt, zahlt dafür deutlich tiefere Prämien.

Wie viel spart man mit Franchise 2'500?

Die Prämiendifferenz zwischen Franchise 300 und 2'500 beträgt typischerweise CHF 100 bis 160 pro Monat, also CHF 1'200 bis 1'900 pro Jahr. Das variiert nach Kanton, Alter und Kasse.

SituationErsparnis / MonatErsparnis / Jahr
Durchschnitt Schweizca. CHF 120ca. CHF 1'440
Teure Kantone (BS, GE, VD)CHF 130–170CHF 1'560–2'040
Günstige Kantone (AI, NW, UR)CHF 70–110CHF 840–1'320
Junge Erwachsene (19–25)CHF 80–120CHF 960–1'440

Die entscheidende Rechnung: Wann lohnt sich welche Franchise?

Nehmen wir eine typische Prämien-Ersparnis von CHF 1'500 pro Jahr (Franchise 2'500 vs. 300). Dann sieht die Gesamtrechnung so aus:

Deine Arztkosten / JahrEigenkosten F300Eigenkosten F2500Besser
CHF 0 (kein Arzt)CHF 0CHF 0F2500 spart CHF 1'500
CHF 500CHF 320CHF 500F2500 spart CHF 1'320
CHF 1'500CHF 420CHF 1'500F2500 spart CHF 420
CHF 2'500CHF 520CHF 2'500F2500 spart CHF 520
CHF 5'000CHF 770CHF 2'750F2500 spart CHF 480
CHF 10'000+CHF 1'000CHF 3'200F300 spart CHF 300
Fazit: Selbst im absolut schlimmsten Fall (maximale Arztkosten) verlierst du mit Franchise 2'500 nur rund CHF 200–700 pro Jahr. Aber in jedem gesunden Jahr sparst du CHF 1'200–1'900. Statistisch gesehen gewinnt Franchise 2'500 für die meisten Menschen über die Jahre klar.

Wann ist Franchise 300 trotzdem sinnvoll?

Profi-Tipp: Strategisch wechseln

Du kannst die Franchise jedes Jahr per 1. Januar ändern (Kündigung bis 30. November). Steht eine grössere Behandlung an? Wechsle für dieses Jahr auf Franchise 300. Im Jahr danach wieder auf 2'500.

Das ist legal und absolut üblich.

Was ist mit den Zwischenfranchisen?

Franchise 500, 1'000, 1'500 und 2'000 sind fast nie die optimale Wahl. Der Grund: Die Prämienreduktion steigt nicht proportional. Bei 500 sparst du nur wenig gegenüber 300, bei 2'000 sparst du fast gleich viel wie bei 2'500. aber mit höherem Restrisiko.

Die mathematisch sinnvollen Optionen sind in den allermeisten Fällen nur CHF 300 oder CHF 2'500.

Ein Wort zur Schwangerschaft

Viele Frauen wechseln bei geplanter Schwangerschaft auf Franchise 300. Das ist nicht nötig: Ab der 13. Schwangerschaftswoche sind Mutterschaftskosten von Franchise und Selbstbehalt befreit. Die Franchise gilt nur für andere Behandlungen.

Wie viele Schweizer wählen welche Franchise?

Die Tendenz ist klar. die Mehrheit setzt auf die höchste Franchise:

Bei jungen Erwachsenen (19–25) wählen sogar über 70 % die höchste Franchise.

Unsere Empfehlung

Franchise 2'500. für die meisten die beste Wahl

Wenn du gesund bist, selten zum Arzt gehst und CHF 2'500 als Reserve hast, ist die höchste Franchise fast immer günstiger. Du sparst CHF 1'200–1'900 pro Jahr an Prämien.

Franchise 300. bei planbaren hohen Kosten

Nur sinnvoll bei chronischen Erkrankungen, geplanten Operationen oder wenn deine jährlichen Gesundheitskosten zuverlässig über CHF 4'000–5'000 liegen.

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Quellen: BAG Statistik der obligatorischen Krankenversicherung, priminfo.admin.ch. Alle Angaben ohne Gewähr. Die Prämiendifferenzen sind Richtwerte und variieren nach Kanton, Alter und Versicherer.