Wir haben genug von intransparenten Vergleichsportalen.
Wir wollten einfach nur unsere Krankenkasse wechseln. Also haben wir gemacht, was alle machen: ein Vergleichsportal besucht, Daten eingegeben, Ergebnis angeschaut.
Dann haben wir den Fehler gemacht, unsere Telefonnummer einzugeben.
Was folgte: Anrufe. Nicht einer, nicht zwei. Wochen von Anrufen. Verschiedene Nummern, verschiedene Broker, immer dieselbe Masche. «Wir haben ein super Angebot für Sie.» Wir haben fünfmal gesagt, sie sollen uns nicht mehr belästigen. Es hat nichts geändert. Heute, Monate später, kommen immer noch Anrufe.
Irgendwann haben wir uns gefragt: Warum ist das so? Warum kann ein Vergleichsportal nicht einfach vergleichen, ohne dich danach zu belästigen?
Die Antwort liegt im Geschäftsmodell.
Warum rufen die Broker an?
Am 14. August 2024 hat der Bundesrat die Branchenvereinbarung über Vermittler in der Krankenversicherung für allgemeinverbindlich erklärt. Seit dem 1. September 2024 gelten neue Regeln:
- Grundversicherung: Vermittlungsprovision gedeckelt auf CHF 70 pro Abschluss (santésuisse Medienmitteilung)
- Kaltakquise verboten: Keine unaufgeforderten Telefonanrufe mehr
- Beratungsprotokolle: Jede Beratung muss dokumentiert werden
- Bussen: Bis zu CHF 100'000 bei Verstössen
CHF 70 pro Abschluss. Das klingt nach dem Ende des Broker-Geschäfts. Aber hier wird es interessant.
Das echte Geschäft liegt in der Zusatzversicherung
Für die Zusatzversicherung gilt zwar auch eine Obergrenze, aber eine viel höhere: bis zu 16 Monatsprämien pro Abschluss. Mehr dazu im Artikel Warum dein Berater dir die Zusatzversicherung verkaufen will.
Eine typische Zusatzversicherung (Spital, Zahn, Alternativmedizin) kostet CHF 150 pro Monat.
Bei 16 Monatsprämien verdient der Broker an einem einzigen Abschluss: CHF 2'400.
Das ist mehr als dein gesamtes erstes Jahr an Zusatzversicherung. Quelle: Bundesrat, Medienmitteilung vom 14.08.2024, Branchenvereinbarung Vermittler.
Vor der Obergrenze von 2024 kamen bei einigen Kassen sogenannte «Superprovisionen» dazu. Das waren Bonussysteme, die Brokern 40 bis 60% zusätzlich zur Grundprovision zahlten, wenn sie genug Abschlüsse liefern. (SRF Kassensturz Recherche) Heute zählen solche Boni zur Obergrenze von 16 Monatsprämien.
Schätzungen aus der Zeit vor der Obergrenze gehen von rund CHF 480 Millionen jährlich an Broker-Provisionen in der Krankenversicherung aus. Davon entfallen laut BAG nur rund CHF 59 Mio. auf die Grundversicherung. Der grosse Rest, geschätzte CHF 430 Mio., fliesst in der Zusatzversicherung. (watson.ch, 2023) Mit dem CHF-70-Deckel seit 2024 wird die Grundversicherung für Broker noch weniger attraktiv. Das Geld liegt jetzt erst recht in der Zusatz.
Deshalb versuchen Broker bei jedem Anruf, dich zu einem Komplettwechsel zu bewegen. Grundversicherung und Zusatzversicherung zusammen. Die Grundversicherung ist das Lockmittel.
Und das Kaltakquise-Verbot?
Seit September 2024 verboten. Trotzdem gingen bis Februar 2026 358 Meldungen bei der FINMA und 67 beim BAG ein (prio.swiss, Bilanz Februar 2026).
Das Gesetz ist da. Die Durchsetzung hinkt hinterher.
Deshalb nehmen wir gezielt keine Telefonnummer
Damit wir euch diese ganzen Vergleiche und Recherchen geben können ohne euch zu belästigen, fragen wir bewusst nicht nach eurer Telefonnummer. Wir geben eure Daten an keinen Broker weiter. Punkt.
Ihr gebt eure PLZ und euer Geburtsjahr ein. Wir zeigen euch die günstigsten Kassen. Fertig. Kein Haken, kein Kleingedrucktes.
Wie wir uns finanzieren (ehrlich gesagt)
Im Moment beziehen wir von Krankenkassen keine Provisionen. Wir behalten uns vor, das in Zukunft über Partnerlinks zu tun, und würden es dann hier und auf jeder Seite offen sagen.
Du kannst dich aber auch einfach nur informieren. Uns ist wichtig, dass wir alle Infos kondensiert und kundenfreundlich an einem Ort haben. Ob du dann wechselst oder nicht, ist deine Entscheidung.
Affiliate-Links beeinflussen nie das Ranking. Die Sortierung ist immer: günstigste zuerst. Egal ob eine Kasse ein Partnerprogramm hat oder nicht.
Sind wir ein Broker?
Nein. Aktuell sind wir kein Versicherungsvermittler. Wir vermitteln keine Versicherungen und nehmen keine Provisionen.
Sollten wir in Zukunft Affiliate-Provisionen beziehen, müssten wir uns bei der FINMA als Versicherungsvermittler registrieren. Das hat das Bundesverwaltungsgericht im Juli 2024 im Fall Comparis klargestellt (Urteil B-5886/2023): Auch Vergleichsportale, die Provisionen erhalten, gelten als Vermittler und müssen sich registrieren. Comparis hatte die Vermittlung vorher an eine Tochterfirma ausgelagert, das Gericht hat das nicht akzeptiert.
Wir werden das offen kommunizieren, wenn es so weit ist. Transparenz ist für uns kein Marketing-Slogan.
Wie wir vergleichen
Unsere Daten kommen direkt vom BAG (Bundesamt für Gesundheit). Exakt dieselbe Quelle, die auch das offizielle Prämienvergleichstool priminfo.admin.ch nutzt. Die Rohdaten sind öffentlich auf opendata.swiss verfügbar.
Wir zeigen dir die exakt gleichen Prämien, die das BAG genehmigt hat. Kein Versicherer kann bei uns «höher gerankt» werden, weil er mehr zahlt. Es gibt kein Ranking zu kaufen. Die Sortierung ist immer: günstigste zuerst.
Was wir konkret für euch aufbereiten
Wir haben die über 200'000 Datensätze so aufbereitet, dass es möglichst nutzerfreundlich und verständlich sein soll:
- Preisvergleich nach PLZ: Jede PLZ hat eigene Prämienregionen. Wir ordnen deine PLZ automatisch der richtigen Region zu.
- Alle Modelle im Vergleich: Standard, HMO, Hausarzt, Telmed. Alles auf einen Blick, filterbar.
- Prämien-Insights: Wir analysieren über mehrere Jahre, welche Kassen konstant günstig sind und welche mit Preis-Spikes arbeiten.
- Keine Registrierung: Du brauchst kein Konto. Keine E-Mail. Keine Telefonnummer.
Die Grundversicherung ist bei allen Kassen identisch
Das ist der wichtigste Fakt, den viele nicht wissen: Die Leistung der Grundversicherung ist gesetzlich geregelt (KVG Art. 25-31). Jede Kasse muss exakt dieselben Behandlungen, Medikamente und Spitäler decken. Ob CSS, Helsana oder Assura.
Der einzige Unterschied ist der Preis. Und der Kundenservice. Deshalb lohnt sich ein Vergleich so sehr: du bekommst die gleiche Leistung für weniger Geld.
Wer wir sind
Wir sind ein kleines Schweizer Team, das selbst genug von intransparenten Vergleichsportalen hatte. abovergleich.com ist aus eigener Frustration entstanden, nicht aus einem Business-Plan.
Unser Ziel: euch helfen, das beste Produkt für euch zu finden. Nicht euch etwas verkaufen. Die Daten sind öffentlich, unsere Methode ist offen, und ihr behaltet die Kontrolle.
- Unabhängig: Keine Versicherung bezahlt uns für bessere Platzierung
- Schweizer Team: Entwickelt und betrieben in der Schweiz
- Open Data: Alle Prämiendaten stammen vom BAG via opendata.swiss
- Kein Broker: Wir sind keine Versicherungsvermittler
- Keine Datenweitergabe: Eure Daten bleiben bei euch
Quellen:
BAG: Branchenvereinbarung über Vermittler (allgemeinverbindlich seit 1.9.2024) ·
FINMA Medienmitteilung 21.11.2024 (Kaltakquise-Verbot) ·
BVGer Urteil B-5886/2023 (Comparis als Vermittler, 5.7.2024) ·
watson.ch (CHF 480 Mio. Provisionen, 2023) ·
Bundesrat, 14.08.2024 (Branchenvereinbarung allgemeinverbindlich) ·
opendata.swiss Prämiendaten ·
KVG Art. 25-31 (Leistungskatalog) ·
Alle Angaben ohne Gewähr.